{"id":3038,"date":"2026-10-21T16:10:15","date_gmt":"2026-10-21T14:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/gratisessen-in-der-gastronomie-was-gilt-steuerlich\/"},"modified":"2026-10-21T16:10:15","modified_gmt":"2026-10-21T14:10:15","slug":"gratisessen-in-der-gastronomie-was-gilt-steuerlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/gratisessen-in-der-gastronomie-was-gilt-steuerlich\/","title":{"rendered":"Gratisessen in der Gastronomie: Was gilt steuerlich?"},"content":{"rendered":"<div id=\"modal-ready\"><p>In einem Gastronomiebetrieb haben die Verpflegung des Personals und des Unternehmers unterschiedliche steuerliche Auswirkungen.<\/p>\n<p><strong>Umsatzsteuer<\/strong><\/p>\n<p>Die <strong>unentgeltliche Beherbergung und Verk\u00f6stigung von Arbeitnehmern<\/strong> ist grunds\u00e4tzlich umsatzsteuerpflichtiger Eigenverbrauch, der Arbeitgeber hat daf\u00fcr Umsatzsteuer abzuf\u00fchren. F\u00fcr Gastronomiebetriebe gilt jedoch insofern eine <strong>Sonderregelung<\/strong>, als dort die unentgeltliche Beherbergung und Verk\u00f6stigung von Arbeitnehmern keinen Eigenverbrauch darstellt. Das <strong>Gratis-Essen f\u00fcr Arbeitnehmer<\/strong> in einem Gastronomiebetrieb l\u00f6st somit keine Umsatzsteuer aus. Verlangt der Arbeitgeber allerdings einen Kostenbeitrag vom Arbeitnehmer, ist dieser Beitrag unabh\u00e4ngig von dessen H\u00f6he beim Arbeitgeber umsatzsteuerpflichtig.<br \/>Entnimmt der Unternehmer selbst Speisen oder Getr\u00e4nke f\u00fcr private Zwecke, liegt jedenfalls ein umsatzsteuerpflichtiger Eigenverbrauch vor, sofern die entnommenen Waren zum Vorsteuerabzug berechtigt haben. Der Eigenverbrauch ist in der Umsatzsteuervoranmeldung gesondert zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Einkommensteuer<\/strong><\/p>\n<p>Aus Sicht der Lohnsteuer sind im Gast-, Schank- und Beherbergungsgewerbe <strong>freie oder verbilligte Mahlzeiten<\/strong>, die der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern am Arbeitsplatz gew\u00e4hrt, von der Einkommensteuer befreit. Es muss sich um eine freiwillige Sachzuwendung des Arbeitgebers handeln. <strong>Barzusch\u00fcsse<\/strong> sind hingegen steuerpflichtiger Arbeitslohn. Au\u00dferhalb der Gastronomie gilt, dass solche Mahlzeiten dann als Sachbezug zu versteuern sind, wenn der Kollektivvertrag dem Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Bereitstellung der Mahlzeit gew\u00e4hrt. <\/p>\n<p>Bei der <strong>Verk\u00f6stigung des Unternehmers<\/strong> selbst oder seiner Angeh\u00f6rigen im Rahmen des Gastronomiebetriebs handelt es sich um eine ertragsteuerliche Entnahme. Dieser private Gebrauch darf den Gewinn nicht k\u00fcrzen, weshalb der Wareneinsatz, der auf den Privatkonsum des Unternehmers entf\u00e4llt, wieder hinzuzurechnen ist, wobei dieser Entnahmewert mit dem Teilwert im Zeitpunkt der Entnahme anzusetzen ist. Bei Waren entspricht dieser Wert meist den Wiederbeschaffungskosten, also im Wesentlichen dem Einkaufspreis und nicht dem Verkaufspreis laut Speisekarte. <\/p>\n<p><strong>Aufzeichnungspflichten<\/strong><\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass das Finanzamt sowohl den Eigen- als auch den Personalverbrauch sch\u00e4tzen kann, wenn entsprechende Aufzeichnungen des Unternehmers fehlen. F\u00fcr den Eigenverbrauch von Speisen und Getr\u00e4nken des Unternehmers im Gast-, Schank- und Beherbergungsgewerbe sehen die Sch\u00e4tzungsrichtlinien vor, dass <strong>bei fehlenden ordnungsgem\u00e4\u00dfen Aufzeichnungen von den einkommensteuerlichen Sachbezugswerten auszugehen ist<\/strong>. Werden Familienangeh\u00f6rige des Unternehmers mitverpflegt, erh\u00f6hen sich diese Werte nach festen Prozents\u00e4tzen. Von den so ermittelten, die Umsatzsteuer einschlie\u00dfenden Werten entfallen 85 % auf Speisen und Getr\u00e4nke zum erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz und 15 % auf Getr\u00e4nke zum Normalsteuersatz.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Gastronomiebetrieb haben die Verpflegung des Personals und des Unternehmers unterschiedliche steuerliche Auswirkungen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3039,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3038"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3038"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3038\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christianprodinger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}